14./15.12.19 Stimmungsvolle Adventslesung auf Schloss Püchau


Stimmungsvolle Adventslesung mit arkadischer Poesie
gew. d. 200. Geb. v. Queen Victoria (1819 – 1901) 
& Prinz Albert v. Sachsen-Coburg (1819 – 1861)          

Samstag, den 14. Dezember 2019, 15.00 Uhr,
Sonntag, den 15. Dezember 2019, 15.00 Uhr

„Harmonie und Liebe … eine bemerkenswerte Ausnahme in der adeligen Welt des 19. Jahrhunderts.“ B. G.

Lassen Sie sich im mystischen Tudorschloss von Geschichten, Gedichten & Liedern bei Feuerschein, Glühwein und Pfefferkuchen verzaubern … zwischen Sentimentalität und Ironie, zwischen Romantischem und Klassischem.

Vorfreude, schönste Freude, Freude im Advent ... auf Schloss Püchau

Stimmungsvolle Adventslesung mit arkadischer Poesie auf Schloss Püchau, vor den Toren der Stadt Leipzig, nur eine halbe Autostunde in östlicher Richtung

Der Adventsschimmel scharrt schon mit den Hufen, möchte aus dem elysischen Fels durch die sternenklare Nacht hin zum Märchenschloss Püchau galoppieren … Châtelaine Benita haut ihm kräftig mit den Sporen in die Flanken, die Gedankenfunken sprühen…

Die imposante Burg- und Schlossanlage gilt als der am früheste bezeugte Ort Sachsens. Das altehrwürdige Bauwerk birgt besonders in dieser dunklen Jahreszeit viel Mystik und Geheimnisvolles, als befänden Sie sich in einer anderen, entschleunigten Welt, wo die Zeitschichten übereinander gelagert scheinen, wenn Sie den Schlossvorhof betreten, am Delphinbrunnnen vorbei flanieren, die fiktive steinerne Zugbrücke überqueren und durch das fette tudorgotische Tor in den Schlossinnenhof treten. Ad fontes! „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ wollten Sie vor Freude schon jetzt singen…

Vielleicht trauen Sie sich als Besucher zuvor in die Katakomben der urbs bichni zu steigen, entdecken in den Tiefen der alten Gemäuer die stummen Zeitzeugen der mehr als 1.000 Jahre alten Schlossgeschichte und das erst jüngst dort kreierte Kunstwerk „Maria mit dem Kinde“ von der Leipziger Bildhauerin Gabriele Messerschmidt oder die anmutende Skulptur „Die Lesende“ von dem Franzosen Emile-Francois Chatrousse (1829-1896), ein Geburtstagsgeschenk, mit welchem Schlossherr Lothar seine Schlossherrin Benita im vergangenen Jahr überraschte.

Ein Ritual nennt es die Burgherrin, das sie jedes Jahr am 3. Advent auf ihrem Schloss kreiert.

„Wunderbares Dunkel dieser Tage, wenn der Nebel die Fenster umdüstert, die Bäume draußen wie Schatten in ihm stehen und die Vögel sich nur noch ganz leise melden, wie aus einem anderen Reich,…“, dann lädt Feingeistin Benita in einen der prunkvollen Salons oder Säle ihres tudorgotischen Schlosses an das wärmende Kaminfeuer, um Gedichte, Geschichten und Balladen zu lesen und mit ihren Gästen gemeinsam die altbekannten Lieder zu singen. Die Adventsstimmung beginnt bereits Tage zuvor um das Schloss zu schleichen, wenn die Gewandte eigenhändig und aufwändig die Wendeltreppe, den Altan, Kreuzgang, Salons und Säle liebevoll und festlich dekoriert, sibi et amicis, wie sie betont.

„Fern vom Gestrüpp der Alltagssorgen, in der Anzüglichkeit der Dämmerstunde, lasst uns einen Traum träumen…“, beginnt sie den Wortreigen. So nimmt die lyrisch Veranlagte die Besucher mit in eine geheimnisvolle, friedvolle Welt, die den einen oder anderen „…in den Herzen ist`s warm, still schweigt Kummer und Harm…“ denken und singen lässt.

Höhepunkt der Adventsfeier bildet die Lesung aus den Memoiren der Gräfin Walburga von Hohenthal, die im 19. Jahrhundert ihre Kindheitsjahre auf Schloss Püchau verbrachte. Später dann, während einer Kaffeepause, laben sich die von dem Zauber dieser alten erhabenen Mauern berührten Gäste an Pfefferkuchen, Stollen, Kaffee oder Glühwein, um hernach der Schlossherrin weiter zu lauschen, die die Lesung alsdann mit heiter besinnlichen Erzählungen aus ihren Kindheitsjahren im vogtländischen Dialekt und aus dem fordernden, nicht immer ganz leichten eigenem Burgleben fortsetzt und somit Eindrücke und Einsichten verschiedener Lebens- und Reifungsphasen preisgibt.

In diesem Jahr widmet die Denkende ihre Adventsfeier dem 200. Geburtstag der Queen Victoria (1819-1901) und dem 200. Geburtstag des Prinzen Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819-1861), mit denen die vorletzten Schlossherren ein freundschaftlich verbundenes Verhältnis pflegten, weswegen Gräfin Walburga von Hohenthal bei den Hochzeitsvorbereitungen der jungen Queen Victoria in London einbezogen wurde. Hinter- und Beweggründe erörtert und bindet Benita E. Goldhahn in ihre Lesung ein, unter anderem auch den Umstand, weswegen ihre eigene Schwester, die nach wie vor im Vogtland lebt , Walburga heißt.

Im Übrigen: Der Überlieferung nach machte Prinz Albert den aus seiner deutschen Heimat stammenden Brauch des Weihnachtsbaumaufstellens im Vereinigten Königreich populär. Nachdem „The illustrated London News“ 1848 ein Bild der königlichen Familie unter einem Weihnachtsbaum abgedruckt hatte, verbreitete sich der Brauch aus Deutschland auch in Großbritannien.

Die Lesung endet mit dem gemeinsamen Singen des wohl am meisten gesungenen deutschen Weihnachtsliedes „Oh, Du fröhliche“, gedichtet von dem Weimarer Waisenvater Johannes Falk (1768-1826), dessen Noten er vermutlich in der Johann Gottfried Herderschen ( 1744-1803) Liedersammlung fand.

Da entfaltet der Augenblick die Kraft von Flügeln, der Schwerkraft entgegen und man vermag sich aus der Zeitgebundenheit zu lösen und die Verlässlichkeit und Zuversicht des Bleibenden und Sinnerfüllenden zu erahnen.

Wer dann noch Lust und Zeit hat, wird vom figelanten Filius Alfred oder ihrem burlesken Ehemann Lothar durch die Katakomben des Schlosses oder den sonst eher weniger zugänglichen Burgstuben und Kemenaten geführt.

…und wenn Sie den sublimen Ort, für zivilisationsmüde Potentaten wie geschaffen, finis coronat opus, an diesem Adventssamstag oder –sonntag in den frühen Abendstunden mit Wehmut wieder verlassen, dann versäumen Sie nicht, im Schlossvorhof angekommen, einen Blick zurück zu nehmen, eine betörende tudorgotsiche Kulisse schauend. Die bunten Bleiglasfenster wirken wie Geisteraugen und die im Inneren des Bauwerkes eigens angestrahlten holzgeschnitzten Decken, in Sandstein gehauenen Torbögen, Fialen, Kreuzblumen, Supraporten und andere üppig gestaltete Architekturzitate der beleuchteten Beletage sind von einer Eurythmie geformt, dass einem das gesamte Werk in einer Weise sublim und märchenhaft erscheint, lege artis, ja, beinah unwirklich schön in Erscheinung tritt, ganz so, als wär` einem das Erlebte und Gesehene nur im Traum erschienen…

Pars pro toto.

En passant: Der Besucher selbst sollte Teil der romantisch- theatralischen Gesamtkulisse werden. So empfiehlt die kreative Schlossherrin: „Ziehe Deine schönsten Kleider an, nimm jene Robe oder Fell aus der Truhe, die Du schon immer mal wieder gern auftragen wolltest, der Opulenz wegen aber selten Gelegenheit dazu hattest.“

Sie selbst trägt ein pompöses Kostüm aus der Oper „Boris Godunow“, deren Ausstattung sie in den 90er Jahren auf Empfehlung des damaligen Opernvereinschef Frieder Schäuble gekauft hatte.

Ergo, trauen Sie sich in festlicher Robe zu erscheinen.

Seien Sie herzlich Willkommen im hortus conclusus!


Verantwortlich für den Inhalt dieser Veranstaltungsempfehlung

Schloss Püchau
www.schloss-puechau.de


© Foto: Thomas Braun, Essen | Leipzig

 

Bildnachweis

thomas braun am meerAls Ausgleich zu meiner Tätigkeit als Sachverständiger bin ich leidenschaftlich gern mit der Kamera unterwegs. Alle Fotos auf dieser Webseite sind von mir, viele sind im Rahmen von Ortsterminen oder auf dem Weg dorthin entstanden. Andere habe ich ganz gezielt besucht, um Fotos zu machen. Für einige der gezeigten Objekte habe ich auch Verkehrswertgutachten erstellt.
Ich freue mich auch über jeden Gedankenaustausch und bin für Tipps und Hinweise immer sehr dankbar.

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